Trauer-Rosenkäfer

Ein außergewöhnlicher Neuankömmling beim Huthüttle ist der Trauer-Rosenkäfer. Er kommt aus der Wärme und beginnt sich auch bei uns allmählich heimisch zu fühlen.

Trauer-Rosenkäfer
Oxythyrea funesta © 2019 TL

Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) ist ein Käfer aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae). Die Käfer werden 8 bis 12 Millimeter lang. Sein Körper ist glänzend schwarz gefärbt und hat neben einer struppigen, weißen Behaarung viele kleine weiße Flecken auf den Deckflügeln, dem Halsschild und der Unterseite des Körpers. Die sechs Flecken des Halsschildes verlaufen in zwei parallelen Längsreihen. Bei älteren Exemplaren sind meist keine Haare zu finden, da diese mit der Zeit abgerieben werden. Der Käfer ist durch seine auffällig schwarz-weiße Färbung unverwechselbar und damit auch für den Laien einfach im Feld und anhand von Fotos zu erkennen. Sie waren früher äußerst selten in Südwestdeutschland zu finden.

Die Tiere leben normalerweise in Wärmegebieten auf Steppenheiden und Kalkböden. Auch kommt die Art in der Nähe von Waldrändern und blütenreichen Wiesen vor. Sie fliegen von Mai bis Juli. Nachdem die Käfer im Frühjahr erscheinen, beginnen sie bald sich zu paaren. Oxthyrea funesta lebt vor allem auf Blüten von Korbblütern und Doldengewächsen. Die Käfer ernähren sich von den Pollen, die Larven von Pflanzenwurzeln. Die Weibchen legen wenige Eier jeweils einzeln in den Boden ab. Die Larven werden bis zu 30 Millimeter lang. Vor dem Herbst schlüpfen die Käfer, die aber auch bis zum nächsten Frühling in der Erde verbleiben können.
Die Art gilt als pontisch-mediterranes Faunenelement, die als Relikt der postglazialen Steppenzeit entlang der Donau und des Rheins eingewandert ist. In deren Wärmegebieten war die Art während des 20. Jahrhunderts begrenzt und nur selten anzutreffen. Sie galt sogar als verschollen. Seit mehreren Jahren ist, wahrscheinlich durch den Klimawandel, in allen Gegenden Deutschlands eine deutliche Ausbreitung der Art zu verzeichnen. Jetzt hat er auch das Weggental erreicht und bereichert dort unsere Insektenfauna.