1. Lichtfang 2019

Auf der Suche nach Nachtfaltern und Käfern mit Axel Steiner und Rainer Schnell am Huthüttle

Lichtzelt
Lichtfang am Huthüttle © 2019 TL

Der Nachtfalterspezialist Axel Steiner bot in Zusammenarbeit mit Rainer Schnell am 26. Juni einen Lichtfangabend für Nachtfalter an.
Steiner studierte Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und Tübingen. Schon als Schüler entomologisch und ornithologisch interessiert wurde er Mitautor der Buchreihe „Die Schmetterlinge Baden-Württembergs“ und Mitautor des Feldführers „die Nachtfalter Deutschlands“.

Der Lichtfang dauerte von 22.30 Uhr bis fast 3 Uhr morgens. Leider kamen nur 7 interessierte Besucher. Darunter sehr gute Insektenkenner der Universität Tübingen. Der spärliche Besuch lag sicher an der großen Hitze und dem sehr späten Beginn.

Es wurden 71 verschiedene Arten von Großschmetterlingen der Nachtfalter gefunden, darüber hinaus viele Kleinschmetterlinge.

Herr Steiner schätzt die Artenzahl der Nachtfalter die im Weggental gefunden werden können, auf über 300. Bei dieser hohen Biodiversität allein an Nachtfaltern zeigt sich, wie schützenswert dieses Gebiet ist.

Angeflogen sind 31 Exemplare des wunderschönen kleinen Weinschwärmers. Dazu kamen noch 3 Exemplare des Mitteren Weinschwärmers und ein Exemplar des Lindenschwärmers.

Interessant: Es gibt sogar einige Erstnachweise.

So wurden 2 Exemplare der Zaunwinden-Trauereule (Aedia funesta) gefunden.
Sie ist völlig neu für die Fauna des mittleren Neckars. Sie liebt die wärmeren Gebiete des Oberrheins.

Ihr Areal erweitet hat auch die Dunkelbraune Brombeereule (Dysgonia algira). Sie ist auch neu für den mittleren Neckarraum.

Einen anderen Weg hat die Verwechselbare Bandeule (Noctua interposita) gemacht. Sie breitet sich von Osten her aus. In Württemberg gibt es nur wenige Funde. Auch sie ist neu im mittleren Neckartal.

Noch angeflogen ist die schwarze Form des Birkenspanners (Biston betularia). Jeder Gymnasiast der Biologie zum Abitur gewählt hat, musste sich damit beschäftigen. Er ist auch nicht häufig.

Nicht zu vergessen ist die große Zahl des Buchsbaumzünslers. Er scheint im Weggental doch häufig vorzukommen.

Zu den Käfern:

Erfreulich die große Anzahl der Käfer. Über 250 Exemplare des Rotbeinigen Haarschnelläufers (Pseudophonus rufipes) haben die Besucher überfallen und das Fangnetz überfüllt.

Ein Hirschkäfer, der Balkenschröter war zu sehen.

Zur großen Freude waren Käfer aus recht vielen Käferfamilien vertreten. Bockkäfer, Schnellkäfer, Borkenkäfer, Prachtkäfer, Laufkäfer, Blattkäfer usw.

Leider konnten aus Zeitmangel die kleinen Käfer noch nicht bestimmt werden. Auf den ersten Blick ist aber eine hochinteressante Art darunter, die wir vorher noch nie gesehen haben.