Die Wallfahrtskirche im Weggental

Weggentalkirche
Weggentalkirche © 2019 TL

Die Wallfahrt zur „Schmerzhaften Muttergottes“ im Weggental lässt sich bis 1517 zurückverfolgen.

Es gibt eine Ursprungslegende, die in einem Bild über der Sakristei dargestellt ist: An der Stelle der heutigen Kirche führte früher wie heute der Weg nach Remmingsheim. Dort soll ein Bildstock gestanden haben mit einem aus Holz geschnitzten Bild der schmerzhaften Mutter. Ein Remmingsheimer Bauer nahm auf seinem Heimweg von Rottenburg dieses Bild für seine Kinder als Spielzeug mit. Tags darauf fand es sich wunderbarerweise wieder an seinem alten Platz. Der Bauer holte es sich noch eine zweites und sogar ein drittes Mal und jedes Mal kehrte das Bild wieder zurück. Dieses Bildstöckchen ist aus der Zeit von 1450/60.

1521 wurde die erste Wallfahrtskapelle gebaut. Zuständig für diese war die Pfarrei St. Moritz. 1591 wurde die Kapelle umgebaut. 1600 wurde die Versorgung der Kapelle der Stadt Rottenburg und der St. Martin Pfarrei, also dem Dom übertragen.

Es gab Streitigkeiten zwischen den beiden Pfarreien und dann wurde einfach die Gemarkung, also die Pfarreigrenze um einige Meter verlegt, so dass das Weggental auf der Gemarkung der Pfarrei St. Martin lag.

Bei dieser Auseinandersetzung ginge es natürlich um die Wallfahrtseinkünfte. 1653 wurde die Seelsorge für die Wallfahrtskirche dann den Jesuiten übertragen.

1682 bis 1695 entstand an der Stelle der ersten Kirche der heutige Kirchenbau.

1682 wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt vom Pfarrer von St. Martin, Matthäus Edelmann, und dem Vertreter der vorderöstreichischen Herrschaft Hohenberg Dionysius von Rost. 1695 wurde die Kirche dann eingeweiht.

Als Baumeister wird Michael Thumb (1640 – 1690) genannt. Er gehörte zur „Vorarlberger Schule“. Die Kirchenform wird als „Vorarlberger Münsterschema“ umschrieben. Nach dieser Form wurden noch weitere Kirchen gebaut, z.B. die Klosterkirche Obermarchtal, Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg bei Ellwangen.

Innenraum
Innenraum der Wallfahrtskirche © 2019 TL

Die Kirche blieb bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.

Es war aber ein Turm vorhanden. Dieser wurde 1714 abgebaut. Der kleine Dachreiter wurde 1799/1800 aufgesetzt als Turmersatz. 1894 bis 1897 wurde die Kirche dem damaligen Zeitgeschmack angepasst. Zwischen 1962 und1966 erhielt sie durch Restaurierungen ihr barockes Aussehen zurück.

Etwa 120 Jahre später wurde die Ordensgemeinschaft der Jesuiten aufgehoben. Durch die Aufklärung ließ das Wallfahrtswesen nach, riss aber nie ganz ab.

1793 sollte die Kirche sogar abgerissen werden. 1820 übernahm wieder die Pfarrkirche St. Martin die Betreuung. 1919 berief Bischof von Keppler die Franziskaner ins Weggental.